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Abgeltungsteuer ETF 2026 : So sparst du legal Steuern auf deine Kapitalerträge

6 Min Lesezeit
Aktualisiert 06. Juni 2026
Die Abgeltungsteuer auf ETFs beträgt 2026 unverändert 26,375% (25% + Solidaritätszuschlag). Mit dem Sparerpauschbetrag von 1.000 EUR bleiben die ersten Kapitalerträge komplett steuerfrei. Vorabpauschale 2026: Basiszins 3,20% (BMF, Januar 2026) — fällig im Januar 2027.
26,375%
Abgeltungsteuer
25% + Soli 2026
18,46%
Effektive Steuerlast
Nach Teilfreistellung 30%
▲ positiv
1.000 EUR
Sparerpauschbetrag
Singles (2.000 EUR Ehepaare)
▲ positiv
3,20%
Basiszins 2026
Vorabpauschale (BMF Jan 2026)

Was ist die Abgeltungsteuer?

Die Abgeltungsteuer ist eine Quellensteuer auf Kapitalerträge — Zinsen, Dividenden und Gewinne aus Wertpapierverkäufen. Der Broker oder die Bank führt sie automatisch ans Finanzamt ab. Du musst in der Steuererklärung nichts selbst berechnen — es sei denn, du willst die Günstigerprüfung beantragen oder Verluste verrechnen.

Steuersätze Abgeltungsteuer 2026
SteuerartSatzKonkretes Beispiel (1.000 EUR Gewinn)
Abgeltungsteuer25%250 EUR
Solidaritätszuschlag5.5% auf Abgeltungsteuer13.75 EUR
Gesamtbelastung26.375%263.75 EUR
Kirchensteuer (Mitglieder)+8-9% je Bundesland+ca. 22 EUR
Nach Teilfreistellung (Aktien-ETF 30%)effektiv 18.46%184.60 EUR

Abgeltungsteuer auf ETFs — was genau wird besteuert?

Die drei steuerpflichtigen Ereignisse bei ETFs
EreignisSteuerpflichtigWann fällig
Ausschüttung (ausschüttender ETF)✅ JaBei Ausschüttung automatisch
Kursgewinn beim Verkauf✅ JaBei Verkauf automatisch
Vorabpauschale (thesaurierender ETF)✅ JaJährlich im ✅ Januar des Folge✅ Jahres
✅ Teilfreistellung — der steuerliche Vorteil von Aktien-ETFs

Aktien-ETFs profitieren von der Teilfreistellung: 30% der Erträge sind steuerfrei. Du zahlst effektiv nur auf 70% der Gewinne Abgeltungsteuer. Rechnung: 26.375% × 70% = 18.46% reale Steuerlast. Das macht Aktien-ETFs steuerlich effizienter als Tagesgeld oder Festgeld (dort volle 26.375%).

Vorabpauschale 2026 — konkret erklärt

⚠️ Korrektur: Basiszins 2026 ist 3.20% - nicht 2.53%

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat den Basiszins zum 2. Januar 2026 auf 3.20% festgesetzt — ein Anstieg von 0.67 Prozentpunkten gegenüber 2025 (2.53%). Quelle: BMF-Schreiben vom 13. Januar 2026, Deutsche Bundesbank. Die Vorabpauschale für 2026 wird erst am 4. Januar 2027 fällig.

Formel: Vorabpauschale = Fondswert Jahresanfang × Basiszins × 0,7 (Teilfreistellung Aktien-ETF)

Vorabpauschale 2026 — Rechenbeispiele mit korrektem Basiszins 3.20%
DepotgrösseBasiszins 3.20%VorabpauschaleSteuer (26.375%)
10.000 EUR3.20%224 EUR59 EUR
25.000 EUR3.20%560 EUR148 EUR
50.000 EUR3.20%1.120 EUR295 EUR
100.000 EUR3.20%2.240 EUR591 EUR

Vorabpauschale = Fondswert × 3.20% × 0.7. Vorabpauschale nur fällig wenn ETF im Jahr 2026 tatsächlich im Wert gestiegen ist. Fällig am 4. Januar 2027. Freistellungsauftrag wird angerechnet.

ℹ️ Wichtige Hinweise zur Vorabpauschale

1. Kein Gewinn = keine Vorabpauschale: Wenn der ETF 2026 nicht gestiegen ist, entfällt die Vorabpauschale. 2. Keine Doppelbesteuerung: Die gezahlte Vorabpauschale wird beim späteren Verkauf angerechnet. 3. Cash bereithalten: Im Januar 2027 wird der Betrag automatisch vom Verrechnungskonto abgezogen — etwas Liquidität einplanen. 4. Freistellungsauftrag deckt kleine Depots: Bei 10.000 EUR Depot sind es nur 59 EUR Steuern — vom Freibetrag gedeckt.

Steueroptimierung: So sparst du legal

Steueroptimierung ETF in 4 Schritten
1
Freistellungsauftrag einrichten: Broker App → Einstellungen → Steuer → 1.000 EUR eingeben. Dauert 2 Minuten. Ohne Freistellungsauftrag sofort 26.375% auf alle Erträge
2
Freibetrag aufteilen bei mehreren Depots: Gesamtfreibetrag 1.000 EUR (Singles) auf alle Depots aufteilen. Beispiel: 600 EUR bei Trade Republic + 400 EUR bei DKB
3
Verluste aktiv verrechnen (Tax-Loss-Harvesting): ETF mit Verlust verkaufen und sofort anderen ETF auf denselben Index kaufen. Verluste steuerlich realisiert – Investition bleibt erhalten. Kein Wash-Sale-Rule in Deutschland
4
Günstigerprüfung prüfen: Persönlicher Steuersatz unter 25%? Anlage KAP in der Steuererklärung ausfüllen. Relevant für Rentner, Studenten und Geringverdiener
✅ Verlustverrechnungstopf — automatisch beim Broker

Verluste aus Wertpapiergeschäften werden automatisch vom Broker im Verlustverrechnungstopf vorgetragen. 500 EUR ETF-Verlust + 500 EUR ETF-Gewinn = 0 EUR zu versteuern. Nicht verrechnete Verluste werden ins nächste Jahr vorgetragen — du musst nichts manuell tun.

Häufige Fehler bei der Abgeltungsteuer

⚠️ Diese Fehler kosten dich jährlich Geld

1. Freistellungsauftrag vergessen: Häufigster Fehler — sofort 26.375% auf alle Erträge. Direkt nach Kontoeröffnung einrichten. Kostet 2 Minuten.
2. Freistellungsauftrag doppelt vergeben: Freibetrag 1.000 EUR gilt pro Person – nicht pro Depot. Summe aller Freistellungsaufträge darf 1.000 EUR nicht übersteigen. Kontrolle: Jahressteuerbescheinigung prüfen.
3. Vorabpauschale Januar unterschätzen: Im Januar 2027 wird die Vorabpauschale für 2026 automatisch abgezogen. Bei 100.000 EUR Depot: ca. 591 EUR. Etwas Cash auf dem Verrechnungskonto halten.
4. Basiszins falsch im Kopf: 2025 = 2.53%, 2026 = 3.20% (BMF Januar 2026). Viele ältere Artikel haben noch 2.53% — der korrekte Wert für 2026 ist 3.20%.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die Abgeltungsteuer auf ETFs 2026?

26,375% Gesamtbelastung (25% + Soli). Bei Aktien-ETFs greift die Teilfreistellung von 30% — effektive Steuerlast nur 18,46%. Kirchensteuerpflichtige zahlen zusätzlich 8-9%.

Wie hoch ist der Basiszins für die Vorabpauschale 2026?

3,20% — festgesetzt vom BMF am 13. Januar 2026 (Deutsche Bundesbank, 2. Januar 2026). Der 2025er Basiszins war 2,53%. Die Vorabpauschale für 2026 wird erst am 4. Januar 2027 fällig und abgezogen.

Wie hoch ist die Vorabpauschale 2026 für einen 10.000 EUR ETF?

10.000 EUR × 3,20% × 0,7 (Teilfreistellung) = 224 EUR Vorabpauschale. Darauf: 26,375% Steuern = ca. 59 EUR. Fällig am 4. Januar 2027. Mit Freistellungsauftrag (1.000 EUR) ist das komplett gedeckt.

Wie hoch ist der Sparerpauschbetrag 2026?

1.000 EUR für Alleinstehende, 2.000 EUR für verheiratete Paare (seit 2023). Freistellungsauftrag beim Broker einrichten — sonst automatische Besteuerung ab dem ersten Euro.

Was ist der Unterschied zwischen ausschüttendem und thesaurierendem ETF steuerlich?

Ausschüttend: Steuern bei jeder Ausschüttung fällig. Thesaurierend: Vorabpauschale jährlich im Januar (für Vorjahr) + beim Verkauf. Beide nutzen Teilfreistellung 30%. Thesaurierende ETFs sind für langfristige Anleger etwas effizienter — weniger laufende Steuerzahlungen.

Können ETF-Verluste steuerlich verrechnet werden?

Ja — Verluste aus ETF-Verkäufen verrechnen mit Gewinnen desselben Jahres. Nicht verrechnete Verluste automatisch ins nächste Jahr vorgetragen. Kein Wash-Sale-Rule in Deutschland — Verluste realisieren und sofort identischen ETF kaufen ist erlaubt.

Was ist die Günstigerprüfung?

Wenn dein persönlicher Einkommensteuersatz unter 25% liegt, kannst du in der Steuererklärung (Anlage KAP) die Günstigerprüfung beantragen. Finanzamt besteuert Kapitalerträge dann mit dem günstigeren persönlichen Steuersatz. Relevant für Rentner, Studenten und Geringverdiener.


📋 Fazit
Abgeltungsteuer ETF 2026: 26.375% (effektiv 18.46% nach Teilfreistellung). Vorabpauschale Basiszins 2026: 3.20% (BMF Januar 2026) – fällig Januar 2027. Drei Maßnahmen die alles entscheiden: 1. Freistellungsauftrag einrichten (1.000 EUR steuerfrei). 2. Cash für Vorabpauschale bereithalten. 3. Verluste aktiv verrechnen. Wer diese drei Punkte beachtet, zahlt auf einen normalen ETF-Sparplan jahrelang kaum Steuern.

🔗 Steuer- und ETF-Guides

⚠️ Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Steuer- oder Anlageberatung dar. Bitte konsultieren Sie einen zugelassenen Steuerberater für individuelle Fragen. Quellen: BMF-Schreiben 13.01.2026, BaFin, Bundesbank.

Klaus Bergmann
Über den Autor
Klaus Bergmann
Ehemaliger Vermögensberater mit 20 Jahren Erfahrung bei einer deutschen Privatbank. Heute teile ich unabhängige Finanzratgeber zu ETFs, Steuern und Vermögensaufbau — ohne Bankenjargon, nur ehrliche Einschätzungen.