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Warum ETFs für die Altersvorsorge?
Die Rentenlücke ist real
Die gesetzliche Rente ersetzt im Schnitt nur 48 % des letzten Nettoeinkommens — Tendenz sinkend. Bei einem Nettoeinkommen von 3.000 € bedeutet das eine monatliche Rentenlücke von rund 1.560 €, die du selbst schließen musst. ETFs sind das effektivste Instrument dafür: niedrige Kosten (TER ab 0,12 %), breite Diversifikation, historisch 7–9 % p.a. Rendite über lange Zeiträume.
Staatliche Förderungen — wann sie sich lohnen
Riester-Rente und Rürup-Rente bieten Steuervorteile, sind aber für die meisten Anleger weniger flexibel als ein reines ETF-Depot. Faustregel: Riester lohnt sich nur wenn du mindestens 2 Kinder hast (Zulageneffekt) oder eine sehr hohe Steuerlast. Rürup lohnt sich für Selbstständige ohne gesetzliche Rentenversicherung. Für alle anderen: ETF-Depot ist meist die bessere Wahl — keine Kapitalbindung, volle Flexibilität.
Wie viel brauchst du? — Die Rentenlücke berechnen
Ziel: im Ruhestand monatlich 1.500 € zusätzlich aus dem ETF-Depot entnehmen. Mit der 4-%-Regel brauchst du dafür ein Depot von 450.000 €.
| Sparrate / Monat | Nach 20 Jahren | Nach 30 Jahren | Nach 40 Jahren |
|---|---|---|---|
| 100 € | 52.000 € | 122.000 € | 264.000 € |
| 200 € | 104.000 € | 243.000 € | 528.000 € |
| 300 € | 156.000 € | 365.000 € | 792.000 € |
| 500 € | 260.000 € | 608.000 € | 1.320.000 € |
Bei 7 % p.a. Rendite, vor Steuern. Quelle: eigene Berechnung auf Basis historischer MSCI World Daten.
Wer mit 25 statt 35 startet, braucht nur halb so viel monatlich für dasselbe Ziel. 200 €/Monat ab 25 = 528.000 € nach 40 Jahren. 200 €/Monat ab 35 = 243.000 € nach 30 Jahren. Unterschied: 285.000 € — für dieselbe monatliche Rate. Heute anfangen ist die wichtigste Entscheidung überhaupt.
Die beste ETF-Strategie nach Alter
Lebenszyklusansatz — die empfohlene Strategie
Die ETF-Allokation sollte sich mit dem Alter verschieben: In jungen Jahren mehr Aktien-ETFs (höhere Rendite, Zeit für Erholung nach Crashs), im Alter vor der Rente zunehmend risikoärmere Anlagen.
| Alter | Aktien-ETF | Anleihen / Tagesgeld | Begründung |
|---|---|---|---|
| 20–40 ✅ Jahre | 90–100 % | 0–10 % | Volle Aktienquote — Zeit für Erholung da |
| 40–55 ✅ Jahre | 70–80 % | 20–30 % | Schrittweise Absicherung aufbauen |
| 55–65 ✅ Jahre | 50–60 % | 40–50 % | Sequence-of-Returns-Risiko minimieren |
| Ab Rente | 40–50 % | 50–60 % | 4-%-Regel für Entnahme anwenden |
Einfachste Variante: 1-ETF-Lösung
Für Einsteiger und alle, die es simpel halten wollen: Ein einziger ETF auf den MSCI All Country World oder FTSE All-World — investiert in 3.700+ Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern. Kein Rebalancing nötig, kein Aufwand. 80 % der aktiven Fondsmanager schaffen es langfristig nicht, diese einfache Strategie zu schlagen.
Welche ETFs sind empfehlenswert?
| ETF | ISIN | TER | Typ |
|---|---|---|---|
| Vanguard FTSE All-World | IE00B3RBWM25 | 0,22 % | Aktien weltweit inkl. EM — Basisinvestment |
| iShares Core MSCI World | IE00B4L5Y983 | 0,20 % | Aktien Industrieländer — Klassiker |
| Amundi MSCI World | LU1781541179 | 0,12 % | Günstigster MSCI World |
| Xtrackers MSCI Emerging Markets | IE00BTJRMP35 | 0,18 % | Schwellenländer-Ergänzung (10–20 %) |
| iShares Core Global Aggregate Bond | IE00B3F81409 | 0,10 % | Anleihen für ältere Anleger (30–50 %) |
Vanguard FTSE All-World (IE00B3RBWM25) — eine Position, weltweite Diversifikation über 3.700+ Unternehmen, TER 0,22 %. Als Sparplan bei Trade Republic oder Scalable Capital ab 1 €/Monat kostenlos. Kein Rebalancing nötig, kein zusätzlicher Aufwand. Das ist die Lösung für 95 % der Privatanleger.
Kosten und Steuern in Deutschland
Vorabpauschale und Freistellungsauftrag
Freistellungsauftrag direkt beim Broker einrichten: bis 1.000 € Kapitalerträge/Jahr (2.000 € Ehepaare) steuerfrei. Bei thesaurierenden ETFs fällt jährlich die Vorabpauschale an — 2026 Basiszins 3,20 % (BMF 13.01.2026). Beispiel: Bei 10.000 € Depot = ca. 74 € Steuern im Januar 2027. Cash-Puffer auf dem Verrechnungskonto halten.
Steuerstundung — der unterschätzte Vorteil
Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden ohne sofortige Besteuerung. Die Steuer fällt erst beim Verkauf an — das schafft einen Steuerstundungseffekt über Jahrzehnte. Für die Altersvorsorge: thesaurierende ETFs in der Sparphase bevorzugen, ausschüttende erst in der Rentenphase für laufendes Einkommen.
Abgeltungsteuer: 25 % + Solidaritätszuschlag (~26,375 %). Teilfreistellung Aktien-ETFs: 30 % — effektive Steuerlast nur ~18,46 %. Sparerpauschbetrag: 1.000 € (Singles) / 2.000 € (Ehepaare). Vorabpauschale Basiszins 2026: 3,20 % (BMF 13.01.2026) — fällig Anfang Januar 2027. Puffer auf Verrechnungskonto halten! Quellen: BMF, BaFin, InvStG.
Vor- und Nachteile der ETF-Altersvorsorge
| Vorteile | Risiken |
|---|---|
| TER ab 0,12 % — statt 1–2 % bei aktiven Fonds | Kein Kapitalschutz — Kursrückgänge möglich |
| Jederzeit pausierbar und kündbar | Sequence-of-Returns-Risiko bei Renten-Crash |
| Täglich verfügbar — kein Lock-in | Kein Steuerabzug auf Einzahlungen wie bei Riester |
| Bewährt: MSCI World positiv in jedem 15-J.-Fenster | Psychologie: -40 % nicht verkaufen ist schwer |
| Transparenz: du weißt was im ETF steckt | — |
Häufige Fehler beim Aufbau
1. Zu spät anfangen: Wer mit 35 statt 25 anfängt (200 €/Mo., 7 % p.a.) hat nach 40 Jahren 528.000 € statt 243.000 € — Unterschied 285.000 € für dieselbe monatliche Rate. Heute anfangen. 2. Zu niedrige Sparrate: Mit 50 €/Monat und nie erhöhen wird das Ziel nicht erreicht. Regel: 50 % jeder Gehaltserhöhung in die Sparrate fließen lassen. 3. Zu viele ETFs: Drei ETFs auf MSCI World, MSCI USA und STOXX 600 haben 80 % Überlappung. Ein FTSE All-World deckt dasselbe ab — einfacher, günstiger. 4. Beim Crash verkaufen: Der MSCI World fiel 2008/09 um ~50 %. Wer weitersparte, kaufte zu Tiefstkursen. Sparplan weiterlaufen lassen — immer. 5. Freistellungsauftrag vergessen: Ohne FSA zahlt man 26,375 % auf alle ETF-Erträge — auch unter 1.000 € Jahreserträge. Direkt beim Broker einrichten.
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Häufig gestellte Fragen
Wie viel brauche ich für die Altersvorsorge mit ETFs?
Für 1.500 € monatliche Entnahme im Rentenalter (4-%-Regel) brauchst du ein Depot von ~450.000 €. Mit 200 €/Monat und 7 % p.a. erreichst du das in ca. 35 Jahren. Je früher du anfängst, desto weniger musst du monatlich sparen. Rechner: → ETF-Sparplan Rechner kostenlos.
Welcher ETF ist der beste für die Altersvorsorge?
Für Einsteiger: Vanguard FTSE All-World (IE00B3RBWM25, TER 0,22 %) — weltweite Diversifikation in einem ETF inkl. Schwellenländer. Alternative: iShares Core MSCI World (IE00B4L5Y983, TER 0,20 %) für reine Industrieländer. Kostenloser Sparplan bei Trade Republic oder N26 ab 1 €.
Wie funktioniert die staatliche Förderung?
Riester: sinnvoll bei 2+ Kindern oder sehr hohem Einkommen. Rürup: für Selbstständige ohne gesetzliche RV. Für Angestellte ohne Kinder: reines ETF-Depot ist meist flexibler und renditestärker als staatlich geförderte Produkte.
Wann sollte ich die Aktienquote reduzieren?
Ab ca. 55 Jahren schrittweise: 10–15 Jahre vor Rente Aktienquote von 100 % auf 50–60 % reduzieren. Rest in Anleihen-ETFs oder Tagesgeld. Das schützt vor dem Sequence-of-Returns-Risiko — einem Crash kurz vor der Rente.
Was ist die Vorabpauschale und wie hoch ist sie 2026?
Die Vorabpauschale ist eine jährliche Mindestbesteuerung für thesaurierende ETFs. Basiszins 2026: 3,20 % (BMF 13.01.2026) — wird Anfang Januar 2027 vom Verrechnungskonto abgebucht. Bei 10.000 € Depot ca. 74 € Steuern. Mit Freistellungsauftrag meist vollständig abgedeckt. Mehr: → Vorabpauschale ETF 2026 erklärt.
Was mache ich wenn der Markt crasht?
Sparplan weiterlaufen lassen. Du kaufst jetzt günstigere Anteile — das ist positiv. Der MSCI World hat sich nach jedem Crash erholt und neue Hochs erreicht. Wer 2009 aufgehört hat zu investieren, hat den besten Kaufzeitpunkt der letzten Generation verpasst.
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⚠️ Hinweis: Stand: Juni 2026. Quellen: BMF, BaFin, MSCI, Vanguard. Historische Renditen sind kein Versprechen. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultiere einen BaFin-registrierten Finanzberater vor jeder Anlageentscheidung.