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Auszahlplan 20 Jahre: Kapital, Rechner und Steuern 2026

8 Min Lesezeit
Aktualisiert 25. Juni 2026
Auszahlplan 20 Jahre: Mit 300.000 € Startkapital und einer Rendite von 5 % kannst du über 20 Jahre monatlich rund 1.980 € entnehmen — mit Kapitalverzehr. Ohne Kapitalverzehr bleiben bei 4 % Ausschüttungsrendite nur rund 1.000 €/Monat. Inflation, Steuern und die richtige Produktwahl entscheiden über Erfolg oder Scheitern deines Plans.
300.000 €
Startkapital Beispiel
Für ca. 1.500 €/Monat über 20 Jahre
4-%-Regel
Bewährte Faustregel
Jährliche Entnahme ohne Kapitalverzehr
▲ positiv
2 %
Inflation berücksichtigen
Kaufkraftverlust über 20 Jahre: ca. 33 %
25 %
Abgeltungsteuer
Nur auf den Gewinnanteil der Entnahme

Was ist ein Auszahlplan?

Definition

Ein Auszahlplan (auch Entnahmeplan) ist eine strukturierte Strategie, bei der du regelmäßig Kapital aus einem Depot, einem Bankkonto oder einem Fonds entnimmst — für ein laufendes Einkommen im Ruhestand oder nach einer Ansparphase. Im Gegensatz zu einer Rentenversicherung bleibt das Kapital in deinem Besitz, du entscheidest über Höhe und Rhythmus der Entnahmen, und das Restkapital geht an die Erben.

Auszahlplan mit und ohne Kapitalverzehr

Mit Kapitalverzehr vs. Ohne Kapitalverzehr — Vergleich
KriteriumMit KapitalverzehrOhne Kapitalverzehr
EntnahmehöheHöher möglichBegrenzt auf Ausschüttungsrendite (2-3 %)
KapitaldauerBegrenzt — Depot wird aufgezehrtUnbegrenzt — Kapital bleibt erhalten
ErbschaftSinkendes RestkapitalVolles Kapital für Erben
RisikoniveauHöher (Sequence-of-Returns-Risiko)Geringer
Typisches ProduktETF-Entnahmeplan mit TeilverkäufenAusschüttender Dividenden-ETF

Details zur Strategie mit Kapitalverzehr: → Auszahlplan mit Kapitalverzehr — vollständiger Leitfaden

Wie funktioniert ein Auszahlplan über 20 Jahre?

Kapital, Laufzeit und monatliche Rate

Die drei Stellschrauben eines jeden Auszahlplans sind: das Startkapital, die gewünschte monatliche Rate und die erwartete Rendite während der Entnahmephase. Bei einem Kapital von 300.000 € und einer Rendite von 5 % p.a. kannst du über genau 20 Jahre monatlich ca. 1.980 € brutto entnehmen — danach ist das Kapital aufgebraucht. Mit 4 % Rendite sinkt die nachhaltige Rate auf ca. 1.820 €.

Einfluss der Inflation

Bei einer angenommenen Inflationsrate von 2 % jährlich verliert deine monatliche Entnahme nach 20 Jahren rund 33 % ihrer Kaufkraft. Aus 1.500 € werden real nur noch ca. 1.005 €. Wer Kaufkraft erhalten will, muss die Entnahme jährlich um die Inflationsrate erhöhen — das erfordert ein größeres Startkapital oder eine höhere Rendite.

Die 4-%-Regel für 20 Jahre

Die 4-%-Regel (Trinity Study) wurde für einen 30-Jahres-Horizont entwickelt. Für einen 20-Jahres-Plan ist eine Entnahmerate von bis zu 5-5,5 % jährlich statistisch tragbar — das Kapital reicht mit hoher Wahrscheinlichkeit für genau 20 Jahre. Je kürzer der Horizont, desto höher kann die Entnahmerate sein.

Wie viel Kapital brauchst du für 20 Jahre?

Benötigtes Startkapital für 20 Jahre — Beispielrechnungen
Monatliche EntnahmeRendite 4 %Rendite 5 %Rendite 6 %
500 €ca. 82.000 €ca. 76.000 €ca. 70.000 €
1.000 €ca. 164.000 €ca. 152.000 €ca. 139.000 €
1.500 €ca. 246.000 €ca. 227.000 €ca. 209.000 €
2.000 €ca. 329.000 €ca. 303.000 €ca. 279.000 €
3.000 €ca. 493.000 €ca. 455.000 €ca. 418.000 €
ℹ️ Berechnung selbst durchführen
Nutze unseren interaktiven Rechner zum ETF-Auszahlplan: → Auszahlplan berechnen — kostenloser Online-Rechner. Oder für den ETF-Sparplan in der Ansparphase: → ETF-Sparplan-Rechner MSCI World kostenlos.

Welche Produkte kommen infrage?

ETF-Entnahmeplan — die flexibelste Option

Der ETF-Entnahmeplan ist für die meisten Privatanleger die beste Wahl: niedrige Kosten (TER 0,20 %), flexible Anpassung der Entnahmerate, kein Vertrag, volles Kapital jederzeit verfügbar. Du verkaufst monatlich oder quartalsweise Anteile in Höhe deines Bedarfs. Geeignete ETFs für den Entnahmeplan:

Bank-Auszahlplan

Bei einem klassischen Bank-Auszahlplan zahlst du ein Kapital ein und erhältst feste monatliche Beträge über die vereinbarte Laufzeit. Vorteil: Planungssicherheit, keine Marktschwankungen. Nachteil: Zinsen aktuell niedrig, kein Kapitalwachstum, Kapital nach Ende aufgebraucht. Vergleich: Bestes Festgeld 2026.

Festgeldähnliche Lösungen

Für den risikoaversen Teil des Portfolios: Festgeld und Tagesgeld 2026 im Vergleich. Als Ergänzung zum ETF-Plan eignet sich ein Tagesgeldpuffer für 12–24 Monate Entnahmen — um in Börsencrashs keine ETF-Anteile zu ungünstigen Kursen verkaufen zu müssen.

Allianz-Auszahlplan und andere Versicherungslösungen

Versicherungsbasierte Auszahlpläne bieten Garantien und Planungssicherheit — meist zu höheren Kosten. Detaillierter Vergleich: Allianz Auszahlplan — Kosten, Rendite und Alternativen.

Steuern und Kosten

ℹ️ Steuerliche Behandlung des Auszahlplans 2026
Abgeltungsteuer: 25 % + Solidaritätszuschlag (effektiv 26,375 %) — nur auf den Gewinnanteil jedes Teilverkaufs, nicht auf die gesamte Entnahme. Sparerpauschbetrag: 1.000 € (Single) / 2.000 € (Ehepaar) — Freistellungsauftrag beim Broker einrichten. Günstigerprüfung (Anlage KAP): Wer einen persönlichen Steuersatz unter 25 % hat, kann bereits gezahlte Abgeltungsteuer zurückfordern. Vorabpauschale: Bei thesaurierenden ETFs jährlich Anfang Januar fällig — mit Sparerpauschbetrag verrechenbar. Mehr Details: → Abgeltungsteuer ETF 2026 erklärt und → Abgeltungsteuer ETF berechnen. Quellen: BMF, § 20 EStG, InvStG.

Produktkosten im Vergleich

ETF-Entnahmeplan: TER 0,05–0,40 % p.a. + Orderkosten (1 € bei Trade Republic). Bank-Auszahlplan: keine Orderkosten, aber oft höhere Spread-Marge. Versicherungsbasiert: oft 1,5–2,5 % p.a. Verwaltungskosten. Für monatliche Teilverkäufe sind Neobroker wie die besten Neobroker 2026 am günstigsten.

Vor- und Nachteile eines Auszahlplans

Auszahlplan — Vorteile und Risiken
AspektVorteilRisiko
FlexibilitätEntnahme jederzeit anpassbarDisziplin erforderlich — kein Zwang wie bei Versicherung
RenditeHöher als Bankzins bei ETF-BasisMarktvolatilität — Sequence-of-Returns-Risiko
KostenSehr niedrig bei ETF-BrokernOrderkosten summieren sich bei monatlichen Entnahmen
SteuerGünstigerprüfung im Rentenalter möglichAbgeltungsteuer auf Gewinnanteil
ErbschaftRestkapital geht an ErbenBei zu hoher Entnahme kein Restkapital
InflationsschutzETFs haben historisch Inflation geschlagenKaufkraftverlust ohne Anpassung der Entnahme

Häufige Fehler bei der Planung

⚠️ Die 5 häufigsten Fehler beim Auszahlplan über 20 Jahre
1. Zu optimistische Renditeannahmen: 8 % p.a. konstant ist unrealistisch — plane mit 5-6 % und baue einen Puffer ein. Das Sequence-of-Returns-Risiko schlägt in den ersten Jahren besonders hart. 2. Inflation ignorieren: Wer 20 Jahre lang denselben Nominalbetrag entnimmt, verliert real ein Drittel seiner Kaufkraft. Entnahme jährlich um 2 % erhöhen. 3. Keine Steuerberücksichtigung: Der Gewinnanteil jeder Entnahme ist steuerpflichtig. Spare bis 1.000 € Erträge durch den Freistellungsauftrag. Mehr: → Freistellungsauftrag richtig einrichten. 4. Kein Tagesgeldpuffer: In einem Börsensturz Anteile verkaufen zu müssen, ist das größte Risiko. 12-24 Monate Puffer auf Tagesgeld retten das Portfolio. 5. Falsche Laufzeit: Wer mit 65 in Rente geht und 20 Jahre plant, riskiert ab 85 mittellos zu sein. Plane lieber 30 Jahre oder wähle einen Auszahlplan ohne Kapitalverzehr.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Auszahlplan und wie funktioniert er?

Ein Auszahlplan ermöglicht regelmäßige Entnahmen aus einem Depot oder Konto über einen definierten Zeitraum. Die Entnahmen können aus Kapitalverzehr (Depot wird kleiner) oder aus Ausschüttungen (Kapital bleibt erhalten) bestehen. Für 20 Jahre eignen sich besonders ETF-Entnahmepläne mit Teilverkäufen.

Wie viel Kapital brauche ich für einen Auszahlplan über 20 Jahre?

Für 1.500 €/Monat über genau 20 Jahre (mit Kapitalverzehr) benötigst du bei 4 % Rendite ca. 246.000 €, bei 5 % ca. 227.000 €. Für einen nachhaltigen Plan ohne Kapitalverzehr (4-%-Regel) sind ca. 450.000 € nötig. Rechner: → Auszahlplan berechnen.

Welche Rolle spielt die Inflation beim Auszahlplan?

Bei 2 % Inflation verlieren 1.500 € nach 20 Jahren rund 33 % ihrer Kaufkraft — real nur noch ca. 1.005 €. Um Kaufkraft zu erhalten, muss die jährliche Entnahme um den Inflationsbetrag erhöht werden, was ein höheres Startkapital erfordert.

Was ist besser: ETF-Entnahmeplan oder Bank-Auszahlplan?

Der ETF-Entnahmeplan ist für die meisten Anleger besser: höhere Renditeerwartung, niedrigere Kosten, volle Flexibilität, Kapital bleibt im Besitz. Der Bank-Auszahlplan bietet mehr Sicherheit, aber deutlich geringere Renditen. Ideal: ETF-Plan + Tagesgeldpuffer für 12–24 Monate.

Wie werden Entnahmen aus einem Auszahlplan besteuert?

Nur der Gewinnanteil jeder Entnahme unterliegt der Abgeltungsteuer (25 % + Soli). Der Rückfluss des ursprünglichen Einstiegskurses ist steuerfrei. Freistellungsauftrag bis 1.000 € (2.000 € Ehepaare) nutzen. Details: → Abgeltungsteuer ETF berechnen.

Ist die 4-%-Regel für 20 Jahre geeignet?

Die 4-%-Regel ist für 30 Jahre ausgelegt. Für einen reinen 20-Jahres-Plan ist eine Entnahmerate von 5–5,5 % statistisch tragbar — das Kapital reicht mit hoher Wahrscheinlichkeit genau 20 Jahre. Für mehr Sicherheit bei unbekannter Lebensdauer: Plane besser 30 Jahre. Mehr: → ETF-Auszahlplan — vollständiger Guide.

 


 

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📋 Fazit
Auszahlplan 20 Jahre: Für 1.500 €/Monat (mit Kapitalverzehr) benötigst du ca. 227.000–246.000 € Startkapital bei 4–5 % Rendite. Inflation berücksichtigen — Kaufkraftverlust nach 20 Jahren ca. 33 % bei 2 % p.a. ETF-Entnahmeplan ist die günstigste und flexibelste Lösung. Tagesgeldpuffer (12–24 Monate) schützt vor Sequence-of-Returns-Risiko. Freistellungsauftrag einrichten — nur Gewinnanteil jeder Entnahme ist steuerpflichtig.

Deutsches Steuerrecht 2026: Abgeltungsteuer 25 % + Solidaritätszuschlag auf Gewinnanteil bei ETF-Verkäufen. Sparerpauschbetrag 1.000 € (Single) / 2.000 € (Ehepaar). Günstigerprüfung für Rentner mit niedrigem Steuersatz (Anlage KAP). Quellen: BMF, InvStG, BaFin.

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⚠️ Hinweis: Stand: Juni 2026. Quellen: BaFin, BMF, Finanztip, Trinity Study. Historische Renditen sind keine Garantie. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Bitte konsultiere einen BaFin-registrierten Finanzberater vor jeder Anlageentscheidung.

Klaus Bergmann
Über den Autor
Klaus Bergmann
Ehemaliger Vermögensberater mit 20 Jahren Erfahrung bei einer deutschen Privatbank. Heute teile ich unabhängige Finanzratgeber zu ETFs, Steuern und Vermögensaufbau — ohne Bankenjargon, nur ehrliche Einschätzungen.